BAHNCARD kündigen - Fernbusse immer billiger !
#21
Es kommt natürlich grundsätzlich immer auf die persönlich benötigten Verbindungen an. Wer z.B. von Zwiesel nach Husum pendeln muß, braucht auch nächstes Jahr noch besser eine Bahncard wenn er kein Auto hat.

Aber inzwischen werden auch alle Mittelstädte nach und nach an das Fernbusnetz angeschlossen und in ca. 2 Jahren wird man von den meisten Städten ab ca. 50.000 Einwohnern in mehr oder weniger alle Hauptballungsräume (Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart-Rhein-Neckar, München) DIREKT OHNE UMSTEIGEN mit dem Fernbus fahren können. Das wird dann zu einer großen Umstiegswelle von Bahnreisenden in den Fernbus führen.

Beispiele 1) Meinfernbus Jülich-Berlin/Euskirchen-Berlin. Direkt von Düsseldorf oder Köln nach Berlin ist der ICE deutlich schneller - viele nehmen dann auch den höhreren Fahrpreis in Kauf für über 3 Stunden Zeitersparnis. Für Bewohner aus den Bahn-Umsteigestädten wie z.B. Jülich oder Euskirchen sieht das schon ganz anders aus. Wenn man mit schwerem Gepäck an einem großem vollen Bahnhof wie z.B. Köln oder Düsseldorf umsteigen soll, inklusive Umsteige-Wartezeit auf zugigem Bahnsteig, nochmal reindrängeln, nochmaliger Suche nach Sitzplatz, richtigem Wagen, Koffer selber hochwuchten etc. - dann nimmt man lieber gleich den direkten Bus umsteigefrei - auch wenn die Gesamtfahrzeit dann vielleicht immer noch 1-2 Stunden länger sein sollte. Mit diesem Erfolgsrezept laufen auch die meisten Osteuropabuslinien. Viele Fahrgäste fahren mit dem Fernbus nicht bis Bukarest, Sofia oder Zagreb sondern die Busse halten unterwegs in 12, 15 oder 20 kleineren Städten, wo es oft weder eine vernünftige Bahnverbindung noch einen Flughafen in der Nähe gibt. Für die Bewohner dieser Orte ist das dann trotz langer Reisedauer der bequemste und schnellste Weg mit dem Bus fast direkt bis vor die Haustür zu kommen.

Und diese Kreis- und Mittelstädte werden jetzt in Deutschland nach und nach gut und preiswert angebunden, wie z.B. Wilhelmshaven, in Ostfriesland, im Sauerland, im Harz oder auch Wolfenbüttel, Bayreuth, im Allgäu etc. . Und gerade hier steigt der Marktanteil der Fernbusse gegenüber der Bahn rasant an.
BEISPIEL: D.h. im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind prozentual schon bereits mehr Fahrgäste z.B. von Wilhelmshaven nach Berlin von der Bahn in den Bus gewechselt, als von Hamburg nach Berlin. Ca. 6 Stunden Bahnfahrt für € 90,- Mondpreis und 1 x umsteigen - wer soll da noch Bahn fahren z.B. von Wilhelmshaven nach Berlin ? Oder mit der Bahn von Bayreuth nach Berlin - in über 6 Stunden für € 88,- Mondpreis und 2 x umsteigen ??? Da hilft auch die beste Bahncard eben nichts mehr... Smile

Und so wird sich das jetzt Stadt für Stadt entwickeln und die Züge verlieren nach und nach ganz langsam aber sicher immer mehr Fahrgäste. Dazu kommt auch noch der Komfortvorteil der neuen Busse - viele der neuesten Busse sind schon besser als die 1.Klasse im Zug mit Schwarzverglasung, Vorhängen, Fußstützen, Schiffsboden, indirekter Beleuchtung, Leselampen, verstellbaren Ledersitzen, Tischen, Steckdosen, Internet, Frontkamera/Mediacenter, Getränke- und Snackservice, Ruhe im Fahrzeug etc. . Vor allem der vergleichbare Streckenteil der Bahn in (oft vollen) eng bestuhlten Regionalzügen auf dem Weg in die Mittelstädte kann da überhaupt nicht mehr mithalten.
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#22
Was fuer ein Unsinn!
Einmal taeglich Juelich - Berlin mit dem Bus ist natuerlich ein schlagendes Argument gegen die Bahn.
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#23
\\modedit: gelöscht, Beitrag unsachlich
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#24
Wer von Jülich nach Berlin möchte, muß eh quasi einen Tag für die Reise rechnen. Deswegen ist auch erstmal (da wird auch noch mehr kommen nach und nach) in Kreis- und Mittelstädten eine einzige Abfahrt sehr wohl eine gute Alternative zur Bahn.

Konkrete Vergleichszahlen sind sicher nicht zu bekommen - aber wenn wir mal vermuten, dass da täglich 8 Leute mitfahren im neuen 80er 4-Sterne-Doppeldecker aus Jülich nach Berlin - wie viele Leute fahren denn täglich wirklich nur von Jülich nach Berlin mit der Bahn ? Von Köln fährt jede Stunde ein halber ICE - aber wieviele Leute sitzen da drin, die ihre Reise genau in Jülich begonnen haben ???
Und das dauert auch satte 6 Stunden und man muß ZWEI MAL UMSTEIGEN und den Mondpreis von € 128,50 bezahlen. Wenn Du in Jülich wohnen würdest, würdest Du dann wirklich trotzdem die Bahn nehmen nach Berlin ?
Und mit Bahncard 25 (kostet € 62,-) noch stolze € 97,50 bezahlen ?
Oder mit Bahncard 50 (kostet € 255,-) dann noch € 66,50 ?
Immer noch mehr als 2 x soviel wie mit dem Bus und der preiswertere Busanbieter (Flixbus) hält noch gar nicht in Jülich.
Für die Kosten einer Bahncard 50 bekommt man übrigens 10 Einzelfahrten mit Bus Berlin-Jülich und ich kann auch heute noch für morgen für € 25,- buchen - trotz Osterferien.

Wenn ich in Berlin wohne und muß z.B. zu einer Messe nach Köln - dann kann der ICE sinnvoll sein, weil der direkt in Köln-Deutz an der Messe hält, ich komme in 4 Stunden morgens hin und abends zurück (spare also eine Hotelübernachtung und viel Zeit) - dann beißt man notfalls in den sauren Apfel und zahlt die Mondpreise der Bahn - ob mit oder ohne Bahncard. Aber gerade auf allen Relationen "Große Stadt - Kleine Stadt" ist der Fernbus der Bahn deutlich überlegen und das wird nach und nach zu einem deutlich stärkeren Fahrgastschwund bei der Bahn führen, der erst in den nächsten Jahren voll erkennbar wird, wenn die Fernbusnetze mehrerer Anbieter wirklich flächendeckend und mit hohen Taktfrequenzen ausgebaut sind und auch weite Bevölkerungsschichten auch aus der tiefsten Provinz erstmal mit dem neuen Verkehrsmittel Fernbus vertraut sind.
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#25
Welche Möglichkeiten sich durch den Fernbus in Mittelzentren ergeben läßt sich vielleicht an einem Beispiel wie der Stadt Gießen besser verdeutlichen.

Gießen ist heute schon IC-Systemhalt der Linie Stralsund - Karlsruhe (- Konstanz) und weist inzwischen ein vergleichsweise gutes Angebot an Direktverbindungen sowohl von Fernzug als auch Fernbus auf.

Ein Vergleich beider Verkehrsträger Jülich - Berlin (mit Fernbus möglich, mit Fernzug nicht möglich) ist in etwa so wie der Vergleich St. Georgen - Hamburg (mit Fernbus nicht möglich, mit Fernzug möglich).

Vielleicht muss aber auch erst noch die Gewißheit reifen, dass die Mobilitätmöglichkeiten die beide Verkehrsträger ermöglich einander bedingen und nicht ausschließen.

Nun noch einmal zu Gießen und einer Übersicht möglicher Direktverbindungen mit Zug und Bus:

Gießen - Aachen (Bus)
Gießen - Berlin (Bus, Zug)
Gießen - Darmstadt (Bus, Zug)
Gießen - Dortmund (Bus)
Gießen - Dresden (Bus)
Gießen - Erfurt (Bus)
Gießen - Frankfurt/M (Bus, Zug)
Gießen - Göttingen (Bus, Zug)
Gießen - Hamburg (Bus, Zug)
Gießen - Hannover (Bus, Zug)
Gießen - Heidelberg (Zug)
Gießen - Husum (Zug)
Gießen - Karlsruhe (Bus, Zug)
Gießen - Kassel (Bus, Zug)
Gießen - Köln (Bus)
Gießen - Konstanz (Zug)
Gießen - München (Bus)
Gießen - Offenburg (Zug)
Gießen - Rostock (Zug)
Gießen - Singen (Zug)
Gießen - Stendal (Zug)
Gießen - Stralsund (Zug)
Gießen - Stuttgart (Zug)
Gießen - Westerland (Zug)

Ich persönlich finde die zusätzlichen Möglichkeiten die der Bus in diesem Fall eröffnet vorteilhaft für die Entwicklung einer Stadt wie Gießen. Beide Verkehrsträger schließen nicht einander aus.

Die Wahrscheinlichkeit einer Direktverbindung Gießen - Dresden mit dem Zug ist im Gegensatz zum Bus doch eher unwahrscheinlich.

Bei einigen Verbindungen die heute der Bus (wieder) ermöglicht stellt sich die Frage, wieso die Bahn hier im Fernreiseverkehr nicht mehr vertreten ist. Sind es wirklich nur wirtschaftliche Erwägungen bzw. allein das Preissystem gewesen, die zum Wegfall der InterRegio-Verbindungen geführt haben?

Beide Verkehrsträger haben ihre Berechtigung, daher werde ich auch meine BahnCard behalten.
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#26
Hehe, Du heißt hier "Railserv" - also wirst Du sicher auch einer derjenigen sein, die ihre Bahncard bis zum Ende (eines Tages, wenn das ganze Tarifsystem der Bahn umgestellt wird) behalten werden Smile.

Die neue Flixbuslinie quer rüber nach Koblenz darf ich noch ergänzen von Gießen... .
Interessante Auflistung - aber auch, wenn es hier auf den ersten Blick noch ganz gut aussieht für die Bahn... - auch hier werden sich die ICs nach und nach leeren. Die Fernbusse sind in solchen Mittelzentren erst am Anfang, warte mal 2 Jahre ab und dann wird man sehen, wieviele Fernbusse und wie oft die in Gießen halten werden.

Gießen liegt mitten in Deutschland und wird von mehreren wichtigen Autobahnen tangiert - da wird noch viel kommen fernbusmäßig in Zukunft. Und gerade die 40 Jahre alten IC-Garnituren und oft ohne nenneswerten Zeitvorteil gegenüber dem Bus... hast Du schon mal in einem dieser neuen Scania-Higer gesessen - da bekommt man als Fahrgast den Wow-Effekt... . Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Bahn da in 3, 4 oder 5 Jahren manches wegstreicht, gerade bei den aktuellen IC-Linien, d.h. statt 2-Stunden-Takt nur noch 4 Stunden-Takt und z.B. 100 alte Züge ausmustert und nur noch 50, 60 oder 70 neue kauft als Ersatz... .
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#27
Ich möchte hier nicht alles durchlesen, was hier über BahnCard-Kündigung wegen dem Fernbus geschrieben wird.

Eines ist klar: Das Angebot der Fernbusse lohnt sich für diejenigen nur, wenn es paßt, um den BahnCard zu kündigen und ausschließlich mit dem Fernbus zu fahren, weil der Fernbus billiger ist, als die Bahn. Aber ein Preisvergleich Bus - Bahn kann nicht schaden. Bei der Bahn kann bei einigen Fernverkehrsverbindungen Sparpreise geben, die zufälligerweise unter die der Fernbusse liegen.


[OT]
In Österreich auf der Westbahnlinie Salzburg - Wien zum Beispiel lohnt es sich, auf den VorteilsCard zu verzichten. VC Classic kostet 99,00 € / Jahr und gewährt den Reisenden, die am Automaten, oder im Internet die Fahrkarten lösen einen Rabatt von 50% auf den Standardpreis. Am Schalter gibt es 45% Rabatt.
Weshalb? Weil die Westbahn zwischen Salzburg und Wien jeden Tag stündlich verkehrt.

Vgl ÖBB - Westbahn (priv. EVU) Salzburg - Wien; Erwachsene, einfache Fahrt:
ÖBB Standardpreis: -----------------------> 49,90 €
ÖBB VorteilsCard nicht Personenbedient: --> 25,00 €
ÖBB VorteilsCard Personenbedient: --------> 27,40 € oder 27,50 €
Westbahn: --------------------------------> 23,90 €

Letzteres ist der Haustarif der Westbahn.
[/OT]
Der "Rundungsfehler" hat tarifliche Gründe.

Das Beispiel Westbahn soll zeigen, daß sich der Verzicht auf BC nur bei ausreichendem Fernbus- und zugangebot* mit passender Verbindung lohnt.

*Selbstredend privates Eisenbahnverkehrsunternehmen, wie Hamburg-Köln-Express oder InterConnex (Veolia).


//Edit: Preiskorrektur Westbahn.
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#28
(22.04.2014, 10:54)busexperte schrieb: Beispiele 1) Meinfernbus Jülich-Berlin/Euskirchen-Berlin...

...Für Bewohner aus den Bahn-Umsteigestädten wie z.B. Jülich oder Euskirchen sieht das schon ganz anders aus. Wenn man mit schwerem Gepäck an einem großem vollen Bahnhof wie z.B. Köln oder Düsseldorf umsteigen soll...
Mit diesem Erfolgsrezept laufen auch die meisten Osteuropabuslinien. Viele Fahrgäste fahren mit dem Fernbus nicht bis Bukarest, Sofia oder Zagreb sondern die Busse halten unterwegs in 12, 15 oder 20 kleineren Städten, wo es oft weder eine vernünftige Bahnverbindung noch einen Flughafen in der Nähe gibt. Für die Bewohner dieser Orte ist das dann trotz langer Reisedauer der bequemste und schnellste Weg mit dem Bus fast direkt bis vor die Haustür zu kommen.

Und diese Kreis- und Mittelstädte werden jetzt in Deutschland nach und nach gut und preiswert angebunden, wie z.B. Wilhelmshaven, in Ostfriesland, im Sauerland, im Harz oder auch Wolfenbüttel, Bayreuth, im Allgäu etc. . Und gerade hier steigt der Marktanteil der Fernbusse gegenüber der Bahn rasant an.

Und so wird sich das jetzt Stadt für Stadt entwickeln und die Züge verlieren nach und nach ganz langsam aber sicher immer mehr Fahrgäste...

Dazu paßt sicherlich die Information, das MFB die Städte Jülich, Schwetzingen und Speyer seit heute nicht mehr im Rahmen seines Liniennetzes anfährt.

Bei Flix-Bus fällt Bad Hersfeld aus dem Netz heraus.
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#29
Bei Jülich, Schwetzingen und Speyer liegt das an den Buspartnern.

Da ist z.B. Tirtey Reisen aus Jülich ausgestiegen und ein neuer ist in Euskirchen eingestiegen. Deswegen fahren jetzt Umläufe der 030 z.T. eben nach Euskirchen statt nach Jülich. Solche Städte als Leerfahrt anzubieten (z.B. wenn ein Buspartner in Düsseldorf oder Köln sitzt) ist sicherlich erstmal nicht so lohnend. Die anderen Buspartner für NRW-Berlin kommen aus den (nördlichen) Ruhrgebiet - da ist dann eine Leerfahrt bis Jülich schon sehr lang. Außerdem war auch die Fahrplanlage ziemlich extrem (ca. 5:00 ab Jülich). In Ba.-Wü dasselbe - man hat zwar neue Buspartner gefunden, die die Hauptrelationen zwischen den größten Städten übernehmen - aber extra in kleine Städte zu fahren - ohne Betriebshof, Personal etc. - das lohnt (noch) nicht.

In Bad Hersfeld ist wirklich nicht viel los - da fand bislang der Fahrerwechsel statt, das wurde jetzt effektiver an anderer Stelle organisiert - deshalb konnte der Halt entfallen auch um etwas Fahrzeit zu sparen. Ist in Barsinghausen ähnlich, da halten auch nur manche Busse der MFB-Linie - andere machen die Pause irgendwo anders an der Autobahn.

Also es wird schon so kommen wie von Busexperte skizziert, nur das dauert natürlich noch 2, 3 Jahre bis mehr oder weniger alle Kreisstädte gut vernetzt sind.
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#30
Im Fernbus-Forum ist zu lesen, dass es laut MFB an den Behoerden liegt. Die Buspartner werden nicht als Grund genannt. Die vermuten aber auch dort die Foristen.

Ich denke das Orte in einer Randlage auch in Zukunft immer mal wieder dazu kommen und wegfallen werden, wenn betriebliche Belange den Ausschlag. Da mag der Busexperte sagen was er will.

Seit wann gehen Fahrten der MFB 030 nach Euskirchen? Ist das nicht die Linie 038?
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