Die Bahn geht im Fernverkehr in die Offensive.
#21
Verkehrsfachleute interessiert es relativ wenig was ein einzelnes Unternehmen in 8 Jahren macht.

Diese Leute betrachten den Markt als Ganzes. Was aus Megabus wirklich wird, werden wir sehen wenn sich ihr Angebot ausgeweitet hat.

Eine Tagesverbindung mit 90 Sitzen voll zu bekommen ist keine Kunst, wenn man ansonsten auf der Linie keine Fahrt (ausgenommen Nachtbus) anbietet.

Megabus steigt abwartend in den deutschen Markt ein. Es werden auch keine 100 oder 200 Busse binnen kurzer Zeit kommen. Man weiss bei Stagecoach, dass dieser Markt nicht mit Polen oder Finnland zu vergleichen ist und tut es deshalb auch nicht.

Deutschland ist die Volkswirtschaft Nr. 1 in Europa und daher entsprechend interessant. Megabus wird hier immer mehr Konkurrenz haben als anderswo in Europa, das Risiko von Verlusten steigt damit, da auch andere potente Marktteilnehmer Kampfpreise machen werden. Das wird am Ende eine Frage des langen Atems werden.

Insofern ist es unrelevant wo Megabus in Deutschland in 2016, 2017 oder in 8 Jahren steht. Die Frage wird sein: Wo steht der Markt dann insgesamt.
#22
Ja, Megabus wartet ab, bis die Betriebshöfe fertiggestellt sind, das dauert natürlich 1, 2 Jahre. Und bis dahin fahren eben nur wenige "Vorab-Busse". Wenn Du Megabus als "unrelevant" ansiehst, ist das sicher nur Deine Einzelmeinung, CriticalTransitTime - Stagecoach wird die Nummer 1 oder 2 in Deutschland UND Europa werden und mit dem besonderen Low-Cost-Konzept das gesamte Fernverkehrsverhalten in Deutschland massiv beeinflussen. Man sieht das aktuell schon an Megabus-Abschnitten wo Mitfahrautos schon fast aufgegeben haben - für 5, 6 oder 7 Euro lohnt der ganze Umstand nicht mehr Mitfahrer zu suchen, sich mit denen zu verabreden und ev. noch zu warten wegen Verspätung etc. .

Der Fernbusmarkt insgesamt wird in Deutschland auch in den nächsten Jahren noch enorm wachsen, wie das hier schon jemand schrieb - der Peak ist noch lange nicht erreicht. Die meisten Leute sind bis heute noch nie mit einem Fernbus gefahren, auch nachwachsende Teens lernen jetzt erstmal, dass auch ein Fernreise- und Pendlerleben ohne Auto billig möglich ist. Die Twens von heute haben mit 18 ganz normal ihr Auto bekommen - die sind nie im Fernbus gefahren. Zukünftige 18-jährige sind von vorneherein nicht mehr so autoabhängig. Das wird auch erst nach und nach kommen, dass der Fernbus ein normaler Bestandteil des Alltags ist. Wieviele Filme, Serien und Krimis gibt es, wo eine Szene im Zug spielt ? Mit Fernbussen gibt es da noch gar nichts - auch an sowas kann man das zukünftige Potential sehen, in 4, 6 oder 8 Jahren wird es sicher auch mal einen "Tatort" im Fernbus geben oder ein Teenie-Vorabendserien-Pärchen knutscht im Fernbus oder verabschiedet sich am Busbahnhof.

Auch sind die meisten normalen größeren Städte noch gar nicht mit allen Metropolen verbunden. Beispiel Paderborn: Da kommt man jetzt nach Berlin - aber nicht nach Frankfurt, Köln, München, Hamburg oder Stuttgart. Erst wenn das der Fall ist, ist allmählich ein Ende des Fernbuswachstums in Sicht. Diverse andere Städte sind (fast) noch gar nicht angebunden, z.B. im Osten Cottbus, Frankfurt Oder, Dessau-Roßlau, Potsdam, Brandenburg Havel, Görlitz, Neubrandenburg. Oder im Westen Herford, Nienburg, Gütersloh, Minden, Detmold, Hamm, Lünen, Marl, Dorsten, Dinslaken, Wesel, Gladbeck, Rheine, Nordhorn, Viersen, Neuss, Solingen, Remscheid, Hagen, Lüdenscheid. Oder auch im Süden Göppingen, Schwäbisch Gmünd, Ludwigsburg, Böblingen-Sindelfingen, Landshut, Pforzheim, Esslingen. Das sind alles keine kleinen Orte sondern mit 60.000, 80.000, 100.000 oder sogar über 150.000 Einwohnern. Auch bei Flughafenzubringern ist noch ganz viel Luft nach oben, z.B. von Gütersloh, Bielefeld, Herford nach Hannover oder auch von allen grossen Ruhrgebietsstädten zum aufstrebenden Billigfliegerdrehkreuz KölnBonn. Aktuell ist der RE-Zug plus umsteigen von Essen, Bochum oder Dortmund nach KölnBonn oft teurer als der Flug.

Ein weiteren Schub gibt es dann auch nochmal mit den neuen Busbahnhöfen die nach und nach in Betrieb gehen in den nächsten Jahren. Ein Student fährt vielleicht auch ins Gewerbegebiet am Stadtrand (wie z.B. in Ulm, Bielefeld oder Hagen) um da in einen Fernbus zu steigen - die meisten Normalbürger werden das aber erst tun, wenn es einen modernen Busbahnhof neben dem Hbf. gibt. Ein Verkehrssystem muß immer als Ganzes gesehen werden, der beste Bus nützt nichts, wenn er neben einem rostigen Mast im Matsch am Stadtrand hält ohne beheizte Wartehalle, Kiosk, WC etc. .
#23
(01.02.2015, 16:20)Gast schrieb: Auch sind die meisten normalen größeren Städte noch gar nicht mit allen Metropolen verbunden. Beispiel Paderborn: Da kommt man jetzt nach Berlin - aber nicht nach Frankfurt, Köln, München, Hamburg oder Stuttgart.

Sowohl Hamburg als auch München sind schon seit geraumer Zeit ab Paderborn erreichbar. Ob eine Direktverbindung am Tag nun das letzte Wort sein wird sei einmal dahin gestellt. Dies wird langfristig die Nachfrage von ganz alleine regeln.

(01.02.2015, 16:20)Gast schrieb: Auch bei Flughafenzubringern ist noch ganz viel Luft nach oben, z.B. von Gütersloh, Bielefeld, Herford nach Hannover oder auch von allen grossen Ruhrgebietsstädten zum aufstrebenden Billigfliegerdrehkreuz KölnBonn. Aktuell ist der RE-Zug plus umsteigen von Essen, Bochum oder Dortmund nach KölnBonn oft teurer als der Flug.

Ja. Sicher. Vielleicht.

Für dieses Geschäftsfeld bedarf es nicht der Liberalisierung des Fernbusmarktes. Die Flughafenzubringer waren bereits zuvor möglich und der Boom "meines Heimatflughafens" Köln/Bonn als Billigflugdrehkreuz hat nun auch schon 10 Jahre auf dem Buckel...

(01.02.2015, 16:20)Gast schrieb: Ein weiteren Schub gibt es dann auch nochmal mit den neuen Busbahnhöfen die nach und nach in Betrieb gehen in den nächsten Jahren.

Solange wird der Schub nicht auf sich warten lassen. Das Wachstum im Fernbusmarkt wird sich unabhängig davon fortsetzen. Neue Fernbusbahnhöfe nehmen viele Reisende bis zu deren Fertigstellung dann nur noch dankend und als Verbesserung ihrer Reisesituation wahr.
#24
(01.02.2015, 16:20)Gast schrieb: Ja, Megabus wartet ab, bis die Betriebshöfe fertiggestellt sind, das dauert natürlich 1, 2 Jahre. Und bis dahin fahren eben nur wenige "Vorab-Busse". Wenn Du Megabus als "unrelevant" ansiehst, ist das sicher nur Deine Einzelmeinung, CriticalTransitTime - Stagecoach wird die Nummer 1 oder 2 in Deutschland UND Europa werden...

Auch Deine Einschätzung ist nicht viel mehr als eine Einzelmeinung.

Du gehst scheinbar in Deiner Argumentation "Pro Megabus" immer davon aus, dass alle anderen Marktteilnehmer untätig am Spielfeldrand stehen bleiben und zusehen, wie Megabus in Europa expandiert und Marktanteile dazu gewinnt.

Ein Verkehrskonzern von der Größe einer Megabus/Stagecoach wartet nicht -wegen der Fertigstellung einiger Betriebshöfe- seinen Netzausbau ab. Hallen und Unterstände lassen sich problemlos und kurzfristig als Provisorium anmieten.

In einem derart schnell wachsenden Markt wie dem deutschen Fernbusmarkt nur mit einigen "Vorab-Bussen" einsteigen zu wollen halte ich eher für ein Gerücht.
#25
Zitat:Auch Deine Einschätzung ist nicht viel mehr als eine Einzelmeinung.
Falsch, denn DIESER Gast ist viele und muss hier leider gegen alle pro-Bahn,Flix,Meinfernbus-Schreiber anposten. Der einzige, der die Stimme der Teens, Twens, Studis und führenden Wirtschaftsprofessoren spricht Smile
#26
Smile

da lache ich gerne auch noch mit. nach meiner erfahrung ergreifen verkehrsexperten und wirtschaftsprofs an unis und wissenschaftlichen einrichtungen nicht partei fuer einen bestimmtes unternehmen, sondern beschaeftigen sich eher gruendsaetzlich und moeglichst neutral mit der entwicklung solcher maerkte.

anders ist es natuerlich, wenn so ein experte von einer dieser firmen bezahlt wird. ob sich megabus aber so 'ne muehe macht?

am besten schliesst man den beitragsstrang wieder.