Ingolstadt anbinden
#1
Hallo,
mir ist aufgefallen, dass in Ingolstadt täglich 50 Fernbusse in Nord-Süd-Richtung vorbei rollen, aber nur 2 davon zu recht bescheidenen Uhrzeiten anhalten.
Ich habe etwas regagiert und glaube es liegt daran, dass man von der Autobahn etwa 10min zum ZOB fährt und dann noch 10min zurück und 5-10min Haltezeit. Das würde die Fahrtzeit für einen Halt in der Weltmetropole Ingolstadt um etwa 30min verlängern und ist selbstverständlich nicht wirtschaftlich.
Allerdings gibt es hier 130.000 potentielle Kunden, vielen Pendlern, viele die ihren Neuwagen in Inglstadt bei Audi abholen, ca 6000 Studten usw.... Die würden sich alle über eine Alternative zur Bahn freuen, die ordentlich zur Kasse bittet!
Wie kann man jetzt die Buslinien in die Stadt locken?
Welche minimale Infrastruktur wollen/brauchen die Busunternehmen? (Bussteig, Toiletten usw.)
Es gibt wie gesagt einen großen ZOB hier, aber der ist mit etwa 30min Umweg verbunden.
Zitieren
#2
Ich warte auch dringlichst auf die Anbindung.
Eine Möglichkeit wäre sicher die Anbindung Allgäu - Augsburg - Ingolstadt über die B 300 - Nürnberg - Berlin.
Die Augsurger bräuchten dann nicht mehr den Umweg über München nehmen und wären deutlich schneller.
Ein Umweg müsste bei dieser Variante auch nicht gefahren werden, da man (von Süden kommend) direkt über die B 300 auf die B 13 und zum Hauptbahnhof Ingolstadt fahren kann. Dort hält auch schon der Berlin Linienbus. Dieser ist jedoch weder von den Fahrtzeiten, noch vom Preis interessant (ist ja auch eine Tochter der Bahn).
Zitieren
#3
Hallo Barbie,
momentan halten noch keine großen Fernbusunternehmen in Ingolstadt aber vielleicht ist ja der Shoppingexpress nach München was für dich: http://www.busliniensuche.de/busunterneh...ngolstadt/
VG, Nicole
Zitieren
#4
Die B300 ist in der Tat eine gute Wahl - eine der schnellsten deutschen Bundesstrassen. Das würde sich für Flixbus z.B. anbieten, denn MFB fährt ja schon nach Oberstdorf... :
Oberstdorf-Kempten-Kaufbeuren-Landsberg-Augsburg-Ingolstadt-Nürnberg-Berlin. Am Anfang erstmal mit dem üblichen 1 x täglich Flixbus-Fahrplan - aber da wäre auch der Bus schnell voll... .
Die Strecke Ingolstadt-München ginge als Pendlerlinie. Sehr günstig (und auch problemlos genehmigungsfähig) wäre z.B. auch Ingolstadt-Garching U6. Dort ist viel Platz im Umsteige-ZOB im Gewerbegebiet zur U6 nach München und das ist ganz nah an der A9 - also sehr schnell. Ein weiterer moderner ZOB ist an der U6 in Frottmaning/Allianz-Arena. Mit 2 Bussen könnte man schon einen Stundentakt machen, bei günstigem Preis von z.B. € 5,- 6,- 7,- sind die Busse sofort voll. In anderen Ländern wie z.B. England oder Schweden (googelt mal Norrtälje-Stockholm Linie 676 oder "Oxford-Tube (London-Oxford)") sind solche Pendlerlinien zwischen Metropole und Kleinstadt/Mittelstadt im 10-Minutentakt mit Maxi-Doppeldeckern (fast 90 Sitzplätze) rappelvoll... .
Zitieren
#5
Hallo Busexperte,
ich habe mich natürlich über Deine Unterstützung gefreut.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Busunternehmer jeweils ein Beförderungsverbot für die Teilstrecken von Ingolstadt nach München, Nürnberg und Augsburg erhalten, da der Zug die Strecken jeweils unter ener Stunde Fahrtzeit bedient (vergleiche MFB auf der Strecke Hof - Passau). Allerdings fährt auf der Strecke Augsburg - Ingolstadt die (private) Bayerische Regionalbahn (57 Minuten Fahrtzeit). Keine Ahnung, ob die Privatbahnen auch unter Schutz stehen. Aber selbst mit Beförderungsverbot auf den Teilstrecken bin ich überzeugt, dass Berlin -Allgäu über N - IN - A (über B 300) für Flixbus ein Erfolg wäre.
Vielleicht sollte man bei der Gelegenheit gleich noch Hof mit anbinden, denn der Fahrpreis von MFB für Berlin - Hof ist auch recht gesalzen.
Zitieren
#6
Die Bedienungsverbote kann man oft geschickt austricksen, z.B. indem man Garching Hochbrück U6 wählt - statt München.
Bis dahin ist es mit der Bahn über 1 Stunde Fahrzeit. In Ingolstadt kann man z.B. in Oberstimm halten - das ist gar nicht weit weg vom Hbf. und geht gut.
In Augsburg gibt es auch viele Möglichkeiten zu tricksen, Gersthofen, Friedberg, Königsbrunn - um nur mal drei Beispiele zu nennen.
D.h. der Bus kommt z.b. von Landsberg, hält dann in Königsbrunn und dann in Augsburg bevor es nach Ingolstadt geht. Wer von A nach I möchte, kauft einfach ein Ticket ab Königsbrunn... .

Übrigens gilt die 60min Regel wie alle Regeln auch mit Ausnahmen, es gibt bereits woanders Beispiele wo es auch unter 60min genehmigt wurde.
Zitieren
#7
Du heißt nicht umsonst BUSEXPERTE, wie? Wink
Stimmt. Gerade in Augsburg ist ja der Busbahnhof (besser: Bushaltepunkt) am P+R Nord, 20 Minuten vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn entfernt.
Es wird nun wirklich Zeit für Flixbus - als Münchener Unternehmen - endlich die eigenen bayerischen Städte anzufahren.
Zitieren
#8
(04.04.2014, 06:11)andreasblank schrieb: Allerdings fährt auf der Strecke Augsburg - Ingolstadt die (private) Bayerische Regionalbahn (57 Minuten Fahrtzeit). Keine Ahnung, ob die Privatbahnen auch unter Schutz stehen.

Ob es sich um Züge der Bahn (DB Regio AG oder eine sonstige Tochter) oder Züge einer Privatbahn handelt, ist völlig egal. Es geht darum, den durch die öffentlichen Hand bestellten (und bezahlten) Nahverkehr zu schützen.
Zitieren
#9
Habe mir das mit dem Schutz des ÖPNV schon gedacht, ist aber schön, es noch mal bestätigt zu bekommen.
Was würde die öffentliche Hand eigentlich sparen, wenn Busse den ÖPNV übernehmen würden - vermutlich nichts, denn die meisten Bahnstrecken dürften durchaus ohnehin rentabel sein (außer man legt die Mondpreise der Bahn zugrunde).
Zitieren
#10
(04.04.2014, 10:33)andreasblank schrieb: Habe mir das mit dem Schutz des ÖPNV schon gedacht, ist aber schön, es noch mal bestätigt zu bekommen.
Was würde die öffentliche Hand eigentlich sparen, wenn Busse den ÖPNV übernehmen würden - vermutlich nichts, denn die meisten Bahnstrecken dürften durchaus ohnehin rentabel sein (außer man legt die Mondpreise der Bahn zugrunde).

Das würde davon abhängen wie das Ausschreibungsverfahren gestaltet wird. In der Regel trennen Zweckverbände und öffentliche Besteller (in dem Fall die BEG) aber diese Verfahren und schnüren die Pakete getrennt nach Schiene und Straße.

Auf diese Weise werden an die Auftragnehmer entsprechende Linienpakete vergeben. Dies hängt auch daran, dass man für beide Infrastrukturträger nur schwer einen Anbieter in den Wettbewerb holen kann. Die Deutsche Bahn hat dort praktisch bis heute ein Alleinstellungsmerkmal.

Unternehmen wie Veolia oder Abellio betreiben zwar auch Bahn- und Busverkehr, im Falle einer Erstbeteiligung an einem neu auszuschreibenden Linienbündel beider Verkehrsträger müßten sie auch für beide die entsprechende Infrastruktur schaffen.

Die Übernahme bestehender Infrastrukturen kommt in aller Regel nicht zustande, am ehesten noch im Busgeschäft.

Im konkreten Fall würde man mit einer Verlagerung des ÖPNV von der Paartalbahn (Augsburg - Ingolstadt) auf die Straße vermutlich keine Kosten einsparen.

Der Bus mag unter Umständen günstiger sein als der Zug. Verbleiben würde aber die Schieneninfrastruktur für deren Instandhaltung letztlich zusätzlich zum Busverkehr die Allgemeinheit aufkommen muss.

Aber unabhängig von den Beförderungsverboten auf Teilabschnitten halte ich eine FlixBus-Linie, wie von busexperte skizziert, von Berlin ins Allgäu ebenfalls für interessant.
Zitieren