Mehr Berufspendlerlinien bitte !
#1
Sehr viel Potential liegt für die Fernbusse noch bei Berufspendlerlinien.

Wie seinerzeit von einem Verkehrsexperten vorgeschlagen und dann von MFB umgesetzt, laufen bei der Linie München-Garmisch-Innsbruck speziell die Frühabfahrt nach München und die Feierabendabfahrt ab München bestens, diese Busse sind werktags fast ausgebucht, die anderen Abfahrten nicht.

Da andere Busmarken hier leider noch gar nicht präsent sind, sollte MFB hier einen Tagesbus z.B. aus Berlin oder NRW in München ankommend so verlängern, dass es z.B. um ca. 17:00 ab München nach Garmisch geht. Der Fahrer schläft dann in Innsbruck (statt in München im Hotel) und fährt am nächsten Morgen 1 Stunde versetzt zum aktuellen Frühbus wieder nach München. Damit hat man die Kapazität zur wichtigsten Uhrzeit mindestens verdoppelt und die 3-Stunden Rückfahrlücke zwischen 16 und 19 Uhr etwas geschlossen.

Es gibt viele weitere Strecken für Berufspendler in Fernbussen, z.B. Wolfenbüttel-Braunschweig-HannoverHbf.-FlughafenLangenhagen z.B. für DerSchmidt von MFB oder Fuhrmann von Flixbus. Oder Ingolstadt-GarchingU6 - auch Königsbrunn-Augsburg-Friedberg-München wäre sehr attraktiv. In Frage kommen nicht nur langsame und umständliche Bahnverbindungen sondern auch welche mit täglich im Berufsverkehr völlig überfüllten Zügen wie z.B. Cottbus-Berlin. Auch in NRW kommt viel in Frage, z.B. Köln-Dortmund oder Aachen-Leverkusen. Im Norden ginge z.B. Lübeck-HarburgRathaus und Itzehoe-HarburgRathaus ODER BadSchwartau-Stockelsdorf-Hamberge-HamburgHbf. . Da muß halt getrickst werden wegen der 1-Stunden-Regel. HL-HH ist einer der größten Pendlerströme Deutschlands, ein paar Fernbusse morgens und nachmittags sind da schnell voll als Alternative zu den vollen Doppelstockwagen und dem PKW.

Weitere "garantiert voll"-Linien: Nordharz (BadHarzburg-Vienenburg- Goslar-Hannover) oder auch in Niederbayern (Deggendorf, Straubing, Plattling, Landau, Dingolfing -MÜNCHEN) oder Allgäu (Kempten-Marktoberdorf-Kaufbeuren-MÜNCHEN) und noch eine: Burghausen-Burgkirchen-Altötting-Mühldorf-Waldkraiburg-München.

Solche Linien sind auch von den Fahrerschichten her günstig, ein Fahrer fährt morgens 2 x hin+rück, hat dann eine größere Pause und fährt dann am Nachmittag 2 x hin+rück. Solche geteilten Dienste gibt es massenhaft bei allen Nahverkehrsbetrieben in Deutschland.

Sowas wäre auch dringend zu empfehlen z.B. für Deinbus und auch für unabhängige Einzellinien wie z.B. Kocher-Lutz, da hat man dann garantiert täglich volle Busse mit Stammkunden ohne langfristigen Werbeaufwand. Am Anfang 1 x einen Flyer in jeden Briefkasten der Quellorte und die Busse sind voll auch ohne Netz von einer großen Busmarke. Wer einmal z. B. 1 x im MFB von Garmisch nach München gefahren ist wird nie wieder in den überfüllten, lauten und unbequemen Zug dort zurückwechseln.
#2
Die Ideen funktionieren so nicht zu 100%:

1. Für Zeitkarteninhaber ist die Bahn oft noch günstiger als Fernbusse, sonst würde es viel mehr Frühabfahrten bundesweit geben.
2. Der 1. Linienvorschlag Wolfenbüttel kann nur funktionieren, wenn für Braunschweig-Hannover eine Sondergenehmigung erteilt würde. Diese hatte zeitweilig ADAC Postbus, wurde aber wieder zurückgezogen. Die anderen Relationen dieser Linie erzeugen zu wenig Fahrgastaufkommen.
3. Zum NRW-Vorschlag Köln-Dortmund: Ein Bus kann auf dieser Strecke keine weiteren Zwischenhalte haben (wegen Beförderungsverboten) und müsste zur Auslastungssteigerung weitergeführt werden. Jedoch ist auf dieser Strecke schon viel Konkurenz (für den 16.07. bieten MFB, Flix und Onebus Fahrten für 5€, Postbus und C2C verlangen 6€).
4. Eine Nordharzlinie würde vor allem vom Tourismus leben, die MFB 051 ist am Wochenende am vollsten. Früh- und Nachmittagsabfahrten wären somit auch für Tagestouristen attraktiv.
5. Eine Flyerwerbekampagne würde bestenfalls (mit Verteilung, DIN A5) 500€/20000 Stück kosten.

Zukünftig habe ich jedoch nicht weiter die Lust, Trölle zu füttern, eine wichtige Verhaltensregel im Internetforen heißt nun einmal ''don't feed the troll'' Smile
#3
Ich picke mir mal exemplarisch den Vorschlag mit den Städten Deggendorf, Straubing, Plattling, Landau, Dingolfing -MÜNCHEN heraus.

Wie würde das Modell funktionieren? Über zwei unterschiedliche Linien? Eine Bedienung nur von/nach München? Also Unterwegshalte nach München nur zum Zustieg bzw. ab München nur zum Ausstieg?

Ergänzen würde ich diese Angebot noch um Passau, Landshut und den Flughafen München.
#4
Flughafen muß mit rein, dann ist der Bus noch schneller voll, ein Mix aus Pendlern und Flugreisenden.
MFB macht es doch mit der Garmisch-Linie vor, man kann außerhalb der Ferienzeit genau sehen, dass die allermeisten Fahrgäste die Berufs-Abfahrzeiten nehmen.
Und da muß halt möglichst jetzt nachgelegt werden, d.h. mindestens morgens und nachmittags einen Stundentakt, besser einen 30-Minutentakt.
Dafür reicht zwischen 9 und 13 Uhr auch ein 2-Stunden-Takt aus. Gerade morgens und abends kann mal leicht mehr Abfahrten hinbekommen, wenn einzelne Umläufe von in München endenden Linien noch bis Garmisch verlängert werden.

BEISPIEL: Ein Bus der morgens in Berlin startet, ist dann am frühen Nachmittag in München, hat dann Pause und fährt dann genau zur Nachmittags-HVZ nach Garmisch (oder Deggendorf oder Kempten) und am nächsten Morgen z.B. um 6 oder um 7 Uhr wieder zurück nach München. Am Anfang muß man wohl eher 2-3 kleinere Städte kombinieren, nach 1, 2 Jahren ist ein Bus sicher auch aus nur einer Stadt morgens voll, da pendeln sooooo viele - und die Zugverbindungen dort sind meist langsam, umständlich, zu teuer und mit viel zu engem Sitzabstand selbst in der 1. Klasse.

Solche Linien wären für MFB, Flix und ADAC sofort schnell einzurichten, z.T. sogar ohne zusätzlichen Fahrzeugmehrbedarf. Selbst für Deinbus oder Kocher-Lutz könnte sowas Sinn machen, Kocher-Lutz könnte seine Linie z.B. zu einer idealen 4-Stunden-Linie verlängern ohne großen Mehraufwand und kassiert dann 2 x die Ticketeinnahmen, 1 x Reut/Tüb-München und dann nochmal z.B. GarchingU6-Ingolstadt oder ZOB-Marktoberdorf-Kempten. Wenn es mit der Fahrzeit knapp wird (4-4,5 Stunden) kann ein Start-Pendelfahrer für das erste Stück Tüb-Reut. eingesetzt werden.

Auch z.B. im Raum Berlin kann sowas gut funktionieren. Die RE-Linie z.B. Berlin-Cottbus fährt zwar in gutem Takt, die Züge sind aber in der HVZ immer völlig überfüllt und die Fahrzeit ist relativ lange, die ständigen Stops unterwegs alle paar Minuten inkl. Ansagen nerven total. In Berlin nachmittags von langen Linien ankommende Busse können also bis Cottbus laufen und setzen dann wieder am nächsten Morgen in Cottbus ein Richtung Berlin. Linien mit 2 Fahrern wie z.B. Onebus oder auch diverse 2-Fahrer-MFB-Linien könnten das sofort machen (fast) ohne Mehraufwand, dann schlafen die Fahrer halt in Cottbus im Hotel und nicht in Berlin. Hier gibt es außerdem auch noch eine beachtliche Zahl von Pendlern in die Gegenrichtung, z.B. die meisten Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der UNI Cottbus, die der Meinung sind, dass man in Cottbus nicht wohnen kann und stattdessen lieber täglich von Berlin-Ost pendeln.

Landshut geht übrigens wohl nicht wegen Bedienungsverbot (?), Passau erscheint sinnvoll, müßte mit € 8,- pro Ticket funktionieren (sonst zu teuer im Verhältnis zum Bayernticket).

NOCH ZU RAILSERV: Die beiden Busse um 19 Uhr von Berlin nach Braunschweig und Hannover sind zwei völlig verschiedene Busse - einmal ein ex City2City Tourismo von RE-Tours im neuen Flixbus-Design (fast voll besetzt) und - (meist erst ca. um 19:10 Uhr wegen Check-in von knapp anommenden Fahrgästen in der Wartehalle) - der weiße Bova von Re-Tours mit Eurolines-Berlinlinienbus-Beschriftung (schlecht besetzt). Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide Busse von Re-Tours/Slavko Rezo aus Isernhagen kommen.
#5
(21.07.2014, 12:58)Gast schrieb: NOCH ZU RAILSERV: Die beiden Busse um 19 Uhr von Berlin nach Braunschweig und Hannover sind zwei völlig verschiedene Busse - einmal ein ex City2City Tourismo von RE-Tours im neuen Flixbus-Design (fast voll besetzt) und - (meist erst ca. um 19:10 Uhr wegen Check-in von knapp anommenden Fahrgästen in der Wartehalle) - der weiße Bova von Re-Tours mit Eurolines-Berlinlinienbus-Beschriftung (schlecht besetzt). Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide Busse von Re-Tours/Slavko Rezo aus Isernhagen kommen.

Könntest Du uns kurz diesen Gedankensprung erklären?

Im ganzen Beitragsstrang hat niemand etwas über eine Verbindung Berlin - Hannover geschrieben, auch besagter RailServ nicht. Was hat das mit dem Thema nun zu tun?
#6
Das läßt sich mit etwas Recherche beantworten.

Der Herr busexperte (so heißt der Gast-Schreiber eigentlich, der hier im Forum aber von den Admins gesperrt wurde) liest im Fernbus Forum mit.

Dort war er früher auch mal registriert, bis er ebenfalls gesperrt wurde.

Beim mitlesen im anderen Forum ist er anscheinend über diese Diskussion gestolpert (es geht wohl um den letzten Beitrag):
http://fernbusforum.forumprofi.de/showth...80#pid2780

Nun antwortet er RailServ dazu hier im Forum, vermutlich in der Hoffnung, dass der wiederum in diesem Thread die weiteren Beiträge des busexperten mitliest.

Soweit so kompliziert.

Er könnte sich allerdings auch auf diesen Thread beziehen:
http://www.busliniensuche.de/forum/t-mfb...auf?page=2
#7
wunderbar! da ist das forum nach ein paar tagen pause wieder erreichbar und schon wird's wieder affig.

echt klasse!
#8
Wo soll denn so'n Bus zwischen GAP und MUC halten?
#9
Der soll da nirgendwo halten, das ist ja gerade der Vorteil gegenüber den Zügen die alle paar Minuten halten um Schülerhorden reindrängeln zu lassen - im Normalfall steigen am Zielort (Kreisstadt) genug Pendler ein die in die große Metropole pendeln. Im Ausland gibt`s sowas mit Doppeldeckern im 10-Minuten-Takt, z.B. Oxford-Tube oder in Schweden die Linie 676 Norrtälje-Stockholm und die 100 Boras-Göteborg.

Gerade z.B. in München sind Wohnungen so teuer, dass die Leute aus halb Bayern da berufsmäßig lieber pendeln - und Zugverbindungen sind oft sehr umständlich und langsam. Muß ja nicht gleich alle 10min sein, aber alle 30min müßte so ein Bus schnell voll sein, da werden auch ein paar Autofahrer wechseln - nicht nur Bahnfahrer.

So schön, wie das ist, dass Flix und MFB laufend neue Linien eröffnen, aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten auch für kleinere Marken und Einzelunternehmer mit solchen regionalen Linien richtig Kasse mit sicheren täglichen Stammkunden zu machen. Der Preis muß halt niedrig sein wie die € 6,- von MFB von GAP nach München. Da machen viele oft den Fehler, machen es zu teuer wie z.B. der Seenlandexpress Hoyerswerda oder der Mittelsachse aus Freiberg - dann funktioniert das nicht.

Masse ist das Erfolgsrezept für Fernbusse, es gibt hier in Berlin auch Bäcker, die verkaufen pro Stunde nur 2 oder 3 Kaffee a € 2,- und bei anderen bedienen sie lange Schlangen pausenlos im Akkord von 4:30 bis 10:30 (zweites Handwerkerfrühstück) und geben Kaffee am Fließband für € 0,50 aus. Wer macht wohl mehr Gewinn ? Und wo geht man als Kunde zuerst auch am Nachmittag nochmal hin um Kuchen zu holen fürs Kaffee-Trinken zu Hause mit Verwandten am Wochenende ?

Deswegen werden sich langfristig Anbieter wie Flixbus, MFB (wenn sie nicht zu teuer werden - bei uns in der Uni sorgen sich alle um den Air-Berlin-Effekt), Stagecoach, Simpleexpress etc. durchsetzen und die anderen, die mit wenigen Fahrgästen zu hohen Ticketpreisen fahren, wird es langfristig kaum noch geben.
#10
Und da fahren alle 60 Minuten genug Pendler von GAP nach MUC um so'ne Linie einzurichten?

Hat Garmisch nicht auch sehr hohe Miet- und Hauspreise? Ist das der Grund um pendeln?

Was kostet eigentlich ein Monatsticket? Kann man Pendler bei 80 Sitzen im Bus denn gut steuern oder fahren die mit Platzkarte?