Mehr Berufspendlerlinien bitte !
#11
(21.07.2014, 19:07)Gast schrieb: Und da fahren alle 60 Minuten genug Pendler von GAP nach MUC um so'ne Linie einzurichten?

Hat Garmisch nicht auch sehr hohe Miet- und Hauspreise? Ist das der Grund um pendeln?

Was kostet eigentlich ein Monatsticket? Kann man Pendler bei 80 Sitzen im Bus denn gut steuern oder fahren die mit Platzkarte?

Ob es genügend Pendler zwischen Garmisch und München gibt, um alle 30 oder 60 Minuten einen Bus zu füllen mag ich nicht zu beurteilen.

Im heutigen Werdenfels-Takt fahren die Züge i. d. R. im Stundentakt, werktags zeitweise verdichtet (morgens nach München, nachmittags ab München). Die Züge halten heute u. a. in Murnau, Weilheim und Tutzing und kommen zumeist aus Mittenwald. Zumindest auf diesen Unterwegshalten nehmen sie auch Anschlussreisende anderer Bahnlinien auf (Oberammergau, Schongau, Kochel...).

Die Quellgebiete der Pendlerströme liegen also auch abseits der Unterwegsbahnhöfe.

Ganz ähnlich sieht es auch bei den anderen, weiter oben, genannten Verbindungen und Städten aus. Die Frage wird immer sein, ob Städte wie Deggendorf, Straubing, Plattling, Landau, Dingolfing und Kempten für sich genommen genügend Pendler mitbringen, die noch dazu wechselwillig sind, um ein Angebot wie vom GAST beschrieben einzurichten.

Die Idee kann man insgesamt aber auch einen Schritt weiter denken. Die einzelnen Linien müssen ja nicht sternförmig in München enden/beginnen, sondern können über München hinaus weiter verkehren.

So wären "Linien- und Takttauscher" über den ganzen Tag hinweg möglich und die Fahrten dienen nicht (nur) dem Berufspendlerverkehr sondern auch dem Ausflugs- und Gelegenheitsverkehr. Damit würden sich auch Städte wie Landshut und Freising einbinden lassen, die man zwar von/nach München nicht nutzen kann, dafür aber für Fahrten nach Garmisch, Kempten oder Oberstdorf.
#12
Im Zweifelsfallmuss man halt anstehen wie bei der Seilbahn. Man sieht dann in derSchlange stehend den Bus voll abfahren und wartet auf den nächsten.

Allerdings bezweifle ich, ob das mit der deutschen Mentalität kompatibel ist. Im UK wird es so gemacht.
#13
Sowas gibt's doch bei der DBAG auch schon, beispielsweise in Köln nach Köln-Deutz
#14
Die Linie MFB 040 läuft jetzt offenbar meist (oder generell ?) mit Doppeldeckern. Wir haben mehrere Tage lang in München zu verschiedenen Uhrzeiten hier nur weiße Doppeldecker aus Salzburg von Albus/Salzkraft/Dr.Richard gesehen, nach Garmisch sehr voll, zum Flughafen sehr leer. Andere Anbieter sollten hier dringend nachziehen, in Garmisch scheint es sich jetzt langsam rumzusprechen, dass es im Bus bequemer, billiger und schneller nach München geht.

Furchtbar ist auch die Zugverbindung nach Füssen - dauert ewig, die Züge halten gefühlt 30mal zwischendurch, z.T. längere Aufenthalte und Wagen aus den 60iger Jahren (Silberlinge mit den alten Bänken). Obendrein hoffnungslos überfüllt mit 600, 700 Asiaten pro Zug die alle nach Neuschwanstein wollen. Die ersten 3 Züge im 2-Stunden-Takt morgens nach Füssen sind rappelvoll - und der direkt nach 9:00 Uhr völlig überfüllt - und das täglich !

Lustigerweise zeigt die DB generell für die erste Verbindung nach 9:00 Uhr (Bayernticket-Gültigkeit) TÄGLICH einfach "hohe Auslastung - bitte alternative Fahrtmöglichkeit suchen" an, statt hier mehrere Züge nacheinander fahren zu lassen oder wenigstens einen extrem langen Doppelstockzug oder einen IC-Direktzug (es wollen eh alle nur bis Füssen, geschätzt weniger als 1% steigt irgendwo vorher aus). Selbst die 1. Klasse ist nicht benutzbar für "normale" Fahrgäste - Lärmpegel und Überbelegungsgrad sind katastrophal, die Asiaten sind wie im Rausch in Erwartung des Schlosses, des Höhepunkts ihrer Europareise.

Also das wäre eine perfekte Berufsverkehrslinie, HohenschwangauTicketcenter-FüssenBf.-Roßhaupten-Marktoberdorf-Kaufbeuren-MünchenZOB(-Flughafen).
Morgens pendeln die "normalen" Fahrgäste rein nach München, auf der Rückfahrt ist der Bus voll mit Neuschwanstein-Asiaten - und nachmittags geht es genau umgekehrt - Pendlerströme die sich ideal ergänzen - besser geht es nicht. UND: Asiaten lieben Busfahren ! Es werden ständig immer mehr Asiaten, die individuell durch Europa reisen bzw. mit eigenem Kleingruppenführer. Das ist dort auch in den Zügen zu sehen, da sind diverse Gruppen auch mit Fähnchenträger und je ca. 8, 12 oder 16 Personen die ohne kompletten Reisebus individuell mit Zügen durch Deutschland reisen.

Außerhalb der Stoßzeiten der Asiaten kann der Bus auch vom größeren Kempten starten, ein Umlauf wäre dann morgens z.B. Kempten-München-Füssen-München-Füssen - PAUSE - und dann nachmittags ev. auch im Allgäudreieck Füssen-München-Kempten-Füssen-München 2 x .

Was übrigens auch super laufen müßte wäre Köln-Füssen - Neuschwanstein und der Kölner Dom sind DAS oberste Pflichtprogramm für jeden Asiaten.
#15
(05.08.2014, 19:17)Gast schrieb: Furchtbar ist auch die Zugverbindung nach Füssen - dauert ewig, die Züge halten gefühlt 30mal zwischendurch, z.T. längere Aufenthalte und Wagen aus den 60iger Jahren (Silberlinge mit den alten Bänken). Obendrein hoffnungslos überfüllt mit 600, 700 Asiaten pro Zug die alle nach Neuschwanstein wollen. Die ersten 3 Züge im 2-Stunden-Takt morgens nach Füssen sind rappelvoll - und der direkt nach 9:00 Uhr völlig überfüllt - und das täglich !

Lustigerweise zeigt die DB generell für die erste Verbindung nach 9:00 Uhr (Bayernticket-Gültigkeit) TÄGLICH einfach "hohe Auslastung - bitte alternative Fahrtmöglichkeit suchen" an, statt hier mehrere Züge nacheinander fahren zu lassen oder wenigstens einen extrem langen Doppelstockzug oder einen IC-Direktzug (es wollen eh alle nur bis Füssen, geschätzt weniger als 1% steigt irgendwo vorher aus).

Nicht die Deutsche Bahn ist für die Bereitstellung der Verkehrsleistungen von München nach Füssen verantwortlich. Der Besteller (in diesem Fall die BEG) dieser Leistungen schreibt im Rahmen seiner Ausschreibe- und Vergabeverfahren das spätere Angebot vor, dass der jeweilige Leistungserbringer in der Folge zu fahren hat.

Deine Forderung nach mehreren Züge nacheinander fahren zu lassen berücksichtigt nicht die Trassenbelegung zwischen München und Geltendorf, genauso wie zwischen Buchloe und Biessenhofen bzw. im ausschließlich eingleisigen Abschnitt zwischen Biessenhofen und Füssen.

Du berücksichtigst ferner nicht den im Schienenpersonenverkehr geltenden Grundsatz, dass vertakteter Verkehr Vorrang vor einzelnen Leistungen außerhalb der Takte hat.

Der Verstärker oder der IC-Direktzug würde demnach zwischen München und Geltendorf hinter der S-Bahn herschleichen und vermutlich nochmals zwischen Buchloe und Biessenhofen.
#16
Jap - die Strecke machte bis Buchloe auch einen völlig überlasteten Eindruck, teilweise fahren hier schon Züge im Abstand von wenigen Minuten - nur halt fast alle nicht nach Füssen.

Umso mehr Chancen haben hier neue Fernbuslinien - sowohl für Berufspendler, als auch zum Tagesshopping und für Partynächte aus den bayrischen Kleinstädten nach München und vor allem für die Heerscharen von Touristen. Die Schaffnerin sagte ganz klar, dass es jedes Jahr deutlich mehr wären, die nach Neuschwanstein wollen, oft kommt sie gar nicht durch den Zug durch, so voll ist es.

Das belegt auch das Sehenswürdigkeits-Ranking, Neuschwanstein und der Kölner Dom sind da ganz vorne bei den Besucherzahlen.

Weitere Möglichkeit wäre noch eine Linie Düsseldorf-Jungfraujochbahn (Schweiz), das ist die Sehenswürdigkeit Nr. 1 für alle Japaner in Europa, selbst wenn man Jungfraujoch googelt, winken Japaner auf der ersten Seite von den Fotos.... . Die Schweizer haben das professionalisiert, alles ist dort inzwischen auf japanisch, es gibt auf dem Gipfel japanische Restaurants, japanische Souvenirverkäuferinnen, Fotografen (Asiaten wollen ja immer ein Beweisfoto von sich vor der Sehenswürdigkeit) etc. - Europäer spielen dort keine große Rolle mehr. Wer sich wunderte, warum die Bahn inzwischen so viele ICEs direkt bis Interlaken-Ost fährt, weiß es jetzt... .
Mit dem Fernbus kommt man noch näher ran, z.B. bis Lauterbrunnen oder Grindelwald, hier können die Asiaten dann umsteigen in die Bergbahnen und haben dabei noch einen Umstieg und etwas Geld gespart gegenüber der Anreise mit ICE (Lauterbrunnen-Gipfel retour kostet ca. € 150,- ! Ab Interlaken wäre es noch teurer). Warum Düsseldorf ? Düsseldorf ist DAS Japaner-Zentrum in Deutschland. Natürlich ginge eine Linie dann ganz normal über die anderen Asien-Touristen-Hotspots wie Köln und Frankfurt-Flughafen, Heidelberg, Basel, Bern bis zur Talstation Lauterbrunnen oder Grindelwald. Im Winter werden die Busse dann außerdem gut gefüllt mit Wintersporttouristen (große Skigebiete).
#17
Einem Asiaten auf Europatour ist das Geld scheißegal. Der hat 7 Tage Urlaub im Jahr und die muss er optimal nutzen. Und deshalb setzte er sich nicht 10 Stunden in den Linienbus, wenn es einen Zug gibt der schneller ist (oder er nicht gleich in seinem eigenen Touribus reist, der knallhart von Attraktion zu Attraktion durchballert). Und die Übersetzung der Homepage von den Busunternehmen auf Koreanisch/Japanisch und Chinesisch muss dann auch noch schnell gemacht werden. Und dann reisen die kaum Individuell und somit ist so ein Linienbus Köln-Neuschwanenstein auch sinnfrei.
#18
(06.08.2014, 11:08)Gast schrieb: Weitere Möglichkeit wäre noch eine Linie Düsseldorf-Jungfraujochbahn (Schweiz), das ist die Sehenswürdigkeit Nr. 1 für alle Japaner in Europa, selbst wenn man Jungfraujoch googelt, winken Japaner auf der ersten Seite von den Fotos.... . Die Schweizer haben das professionalisiert, alles ist dort inzwischen auf japanisch, es gibt auf dem Gipfel japanische Restaurants, japanische Souvenirverkäuferinnen, Fotografen (Asiaten wollen ja immer ein Beweisfoto von sich vor der Sehenswürdigkeit) etc.

Inzwischen alles auf japanisch? So lange ich denken kann ist dies bereits der Fall. Die Schweizer haben dies schon vor Jahrzehnten "professionalisiert".

(06.08.2014, 11:08)Gast schrieb: Europäer spielen dort keine große Rolle mehr. Wer sich wunderte, warum die Bahn inzwischen so viele ICEs direkt bis Interlaken-Ost fährt, weiß es jetzt... .

Das wäre naheliegend, ist aber nicht der Grund für den heutigen ICE-2-Stundentakt nach Interlaken Ost.

Der ergibt sich aus dem NEAT (Neue Eisenbahn AlpenTransversalen).

Mit der Eröffnung des Lötschbergbasistunnel wurde der Fernreiseverkehr in und durch die Schweiz neu geordnet.

Konnte man bis dato mehrmals täglich mit dem EuroCity von Deutschland durch den Lötschberg nach Brig reisen, ist dies heute nicht mehr möglich. Ebenso entfallen sind die EuroCity nach Mailand, genau so wie die EuroCity nach Interlaken Ost.

Die ICE fahren heute jeweils im 2-Stunden-Takt von Hamburg via Basel nach Zürich und von Berlin via Basel nach Interlaken. Die ICE sind dabei in die jeweiligen IC-Linien der SBB eingebunden. Dafür sind die EuroCity (mit Ausnahme nach Graubünden) ins Tessin, Wallis und Berner Oberland verschwunden.

Das Angebot Deutschland <-> Schweiz entspricht in Summe noch immer in etwa dem aus der Zeit vor der Eröffnung des Lötschbergbasistunnels. Aus einigen EC sind lediglich ICE mit geänderten Laufwegen geworden bzw. haben die früheren Trassen der EuroCity übernommen.

Mit dem ICE/EC gibt es übrigens keine Direktverbindung Düsseldorf - Interlaken Ost. Letztmalig war dies im Fahrplanjahr 2004 der Fall.
#19
Dank Dir für die Hintergründe aus dem Bahnverkehr.

Zu Bussi:

Wir waren an einem normalen Wochentag in Neuschwanstein und haben die Verkehre, Passantenzahlen, Reisebusse etc. intensiv beobachtet. Klar kommen viele Asiaten mit "echten" Touristbussen aber dieser Anteil ist (geschätzt !) nur bei ca. 60-65% aller Asiaten dort. Ca. 5% kommen mit privaten PKWs / Mietwagen und alle anderen quellen aus den Zügen raus. Die Asiaten in den Zügen werden jedes Jahr immer mehr - das sind überwiegend Jüngere (Schüler, Studenten...) und auch zu einem erheblichen Teil "europäische" Asiaten, d.h. welche, die nicht in einer Woche durch Europa hecheln, sondern irgendwo in Europa studieren und dann von ihrem Studienort aus eine Reise nach Neuschwanstein machen. Es waren erstaunlich viele Einzelreisende dabei - also entweder reisen die in Gruppen oder ganz alleine. Und die wollen alles möglichst billig - nicht zufällig fahren die allermeisten mit Bayerntickets und besteigen am Nachmittag wieder die Züge nach München zurück wo die Hotels auch viel billiger sind. Es gibt z.B. auch Kleingruppen die von großen Ho(s)tels aus starten und das als Tour gebucht haben mit Führer. Der Organisator bietet halt ein Paket "Hin- und Rückfahrt mit Zug und Eintritt zum Preis X" und macht vor allem Gewinn damit, dass er billige Bayertickets für die Gruppe kauft.

Also 1 Bus täglich z.B. nach Düsseldorf über Köln, Heidelberg und Frankfurt müßte locker voll werden. Und andere Touris kommen ja auch noch dazu, da sind auch viele Deutsche, Holländer, Italiener, Franzosen usw. . Und für die "normalen" Bewohner der Städte Füssen, Kempten etc. wäre das auch ein großer Vorteil einer umsteigefreien Fernverbindung. Für die Asiaten wäre eine Eckverbindung ideal. D.h. die übernachten in Heidelberg z.B., steigen dort morgens in den Bus, gucken dann nachmittags Neuschwanstein an und fahren dann weiter zum Hotel in München. Also ein Umstieg zwischen der Tourilinie aus NRW zur Berufsverkehrslinie nach München in Neuschwanstein.
#20
das werden die fuessener stadtvaeter sicher anders sehen, die sich ueber japaner und touris im allgemeinen in ihren gassen freuen, wenn die vom zug auf den bus wechseln um zu den koenigsschloessern zu gelangen.

wie kommst du uebrigens auf die genannten zahlen?