Odyssee mit Flixbus, und sie zahlen nicht einmal das Frühstück
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Thumbs Down 
Reisebeginn mit Flixbus war am 26.02.2017 um 14:25 Uhr Bern (Car-Terminal Neufeld).

Planmäßiges Ende der Reise:        Sonntag, 26.02.2017 um 19:50 Uhr

5 Stunden, 25 Minuten

Tatsächliches Ende der Reise:      Montag, 27.02.2017 13:10 Uhr in München (ZOB)
Fast 23 Stunden!!!


Ich verlange ja nichts für den Verdienstausfall, sondern lediglich für Kosten, die mir entstanden sind, weil es anfangs überhaupt kein Notfallmanagement gab.
Meine Freundin und ich sind mittags in der Schweiz losgefahren, und ich hatte vor, mit ihr gemütlich in München abends essen zu gehen. Wir hatten natürlich nicht damit gerechnet, dass es eine Panne geben würde, und wir deshalb für die nächsten 24 Stunden Getränke und Essen dabeihaben müssten, wenn wir mit Flixbus reisen.
 
Hier eine genaue Schilderung meiner Odyssee mit Flixbus:
Am Bus platzte ca. 20 Minuten nach dem letzten Halt in St. Gallen Bahnhof gegen 16:30 Uhr auf der Höhe des Rastplatzes Linkolnsberg einer der hinteren linken Zwillings-Reifen.
Der französischsprachige Busfahrer brachte den Bus auf dem Beschleunigungsstreifen zum stehen. Der Busfahrer forderte alle Reisenden auf auszusteigen, und sich hinter die Leitplanke zu stellen. Anfangs war es noch in Ordnung, da die Sonne scheinte,  später wurde es jedoch sehr kalt und man fror trotz dicker Jacken.
 
Der Busfahrer wirkte etwas hilflos. Zu diesem Zeitpunkt wäre es leicht möglich gewesen eine Weiterfahrt mit Bussen oder Taxis und Bahn zu organisieren,  wenn so etwas wie ein Notfallmanagement bereitgestanden hätte.
 
Leider war der Busfahrer nicht sehr gesprächig, und machte keine Ansagen. Wenn jemand zum Fragen zu ihm gegangen ist, erklärte er diesem die Lage, was sich aber meist ein paar Minuten später anders darstellte.
 
Leider gab es vom Busfahrer weder etwas zum Essen, noch Getränke. Erst die Schweizer Polizei, die ca. eine Stunde nach dem Platzen des Reifens auftauchte verteilte Trinkwasser. Die Polizisten forderten die Reisenden auf, nicht ständig zwischen Rastplatz hin- und herzugehen.
 
Als dann nach einiger Zeit ein Fahrzeug zur Reparatur des Reifens kam, wurde von der Polizei veranlasst, dass der Bus rückwärts auf den Rastplatz fährt, um die Reparatur sicher durchführen zu können. Es war draußen schon sehr kalt, als wir endlich in den Bus einsteigen durften. Spätestens zu Beginn der Reparatur durch einen Fachmann hätte klar sein müssen, dass wir mit diesem Bus nicht bis München fahren können, da der Bus weiterhin ziemlich schief wirkte. Es wäre zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu spät gewesen die Passagiere in Taxis Richtung Zug nach München zu bringen um nicht in der Schweiz übernachten zu müssen.
 
Einige Zeit nach der Reparatur hieß es wir könnten laut Polizei nicht nach München weiterfahren, worauf der Bus dem Reparaturfahrzeug bis zu einer Industriezone neben dem Flughafen St. Gallen hinterherfuhr. Dort mussten wir wieder stundenlang ausharren, ohne Informationen zu bekommen. Gegen Mittenacht meinte ein Mitreisender, der Busfahrer hätte gesagt, in zwei Stunden würde ein Bus kommen, und uns nach München bringen. Nachdem der Busfahrer diesem nicht gesagt hatte, von wo der angebliche Bus losgefahren sei, habe ich es nicht geglaubt. Kurz darauf fuhr der Bus in die Werkstatt mit der Aufschrift IVECO, von dessen Marke auch der Reisebus war hinein, was meine Skepsis bestätigte. Ich hoffte anfangs noch, dass man dort den Bus reparieren würde, was leider nicht so war.
 
Dort passiere wieder lange nichts, bis der Busfahrer die erste Durchsage machte, in der er auf Französisch sagte, dass wir in einem Etap Hotel unterkommen würden. Ich sah dann, dass fünf Minuten zuvor Flixbus eine SMS geschickt hatte, in der stand, dass wir mit Taxis abgeholt und in das Kurhotel und Privatklinik Oberwaid gebracht würden.
 
Gegen 02:30 Uhr sind wir dann tatsächlich von Taxis nach und nach zum Hotel gebracht worden.
 
Am nächsten Morgen wurde uns vom Personal der Oberwaid AG − Kurhotel & Privatklinik gesagt, wir könnten vom Buffet des Hotels frühstücken, und Flixbus würde dies erstatten.
Unter der Rng 4835 27Feb`17 08:47 hatten meine Freundin und ich jeweils ein Frühstückbuffet i.H.v. insgesamt 50 CHF zu uns genommen. Falls Sie wollen, kann ich Ihnen gerne das Original der Rechnung schicken. Dass ich mit einem Gutscheincode für die nächste Odyssee abgespeist werden soll finde ich zu billig.
 
Eigentlich hätte ich am Montag ab spätestens 09:00 Uhr arbeiten müssen.
 
 
Hier ist ein Artikel einer schweizer Zeitung über die Fahrt:
http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/19333564
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