Pro Bahn - Jetzt reicht es
#1
Habt Ihr die Positionen von einigen PRO Bahn Verbänden zum Thema "Fernbus" gelesen?!?

- Klimaschädliche Fernbusse (!?!)
- Forderung nach Maut
- Forderung nach Haltestellengebühren
- Staat soll Buslinien Routen vorschreiben (Monopol statt Konkurrenz)

Sorry, aber da verliere ich jede Contenance, besser, da haut es mir die Schnur vom Hut. Puls 240, stark steigend.

Um mein Herzinfarktrisiko noch weiter zu erhöhen schlagen die ProBahn-ler für die Leute mit wenig Kohle billigere Tickets in Schwachlastzeiten, Guten-Abend-Tickets und teilweise Rückkehr von Interregio-Zügen vor.

HABEN DIE IRGENTETWAS BEGRIFFEN ?

Niemand will zu unmöglichen Zeiten, in völlig überalterten Schrottwagongs zu überhöhten Preisen durch Deutschland geschaukelt werden, wenn er preiswert zu Topzeiten in 5-Sterne- Luxusbussen durch Deutschland schweben kann, dabei Media-Center, W-Lan und Co. geniessen kann. Anstatt nun an der Verbesserung der Bahn zu arbeiten, schreit man nach staatlichen Sanktionen und Monopolen.
Die kot... mich wirklich richtig an. Ich bin wirklich richtig sauer.
Sollen die sich doch auf die Strasse setzen und für den ICE sammeln (aussterbende Rasse), das hätte dann wenigstens noch etwas Niveau. Aber auf dem Niveau der Diffamierung Lügen zu verbreiten (klimaschädliche Fernbusse) geht zu weit.

Ich fordere:
Stopt bzw. begrenzt die Förderung der Bahn.
Mit den eingesparten Steuergeldern können die Komunen ZOBs errichten.
Gründet einen Fahrgastverband "Fernbus"
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#2
Keep cool!

Das ist Verbandsgerede, bekannte Reflexe wenn sich etwas Neues durchsetzt was nicht zum eigenen Weltbild passt.

Also freu Dich weiter wegen Aufwertung von Ingolstadt als Ferbushalt und geniess die Meisterschaft des ERC. War gestern ein guter Tag in Ingolstadt.
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#3
Hallo Beobachter,
grundsätzlich bin ich da schon bei Dir und ich freue mich auch riesig über die Flixbus-Haltestelle in Ingolstadt (konnte die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen).

Die Äußerungen von ProBahn sind für mich aber gleichwohl unerträglich.

Die Billigflieger sind m.E. genau so von den Fernbussen betroffen, wie die Bahn. Lufthansa, Germanwings, AirBerlin & Co haben aber noch nicht verlangt, dass die Fernbusse von der Strasse geschossen werden.
Ich bin über Jahre hinweg alle 2 Wochen von Ingolstadt (via München) nach Berlin geflogen. Jetzt fahre ich alle 2 Monate nach Berlin und nutze den Flixbus (bisher ab Nürnberg, ab jetzt direkt von Ingolstadt). Heute muss in wieder nach Berlin und habe noch einen Freiflug mit AirBerlin. Ich habe wirklich keine Lust mehr zu fliegen. Anfahrt über die A 9 mit Megabaustelle nach Neufahrn, dort Parken in der Prairie, 20 Minuten zur S-Bahn laufen, die nur alle 20 Minuten fährt, Warten am Checkinn zur Gepäckaufgabe, warten vor der Sicherheitskontrolle, Gürtel aus der Hose fummeln, Rucksack entleeren etc. pp). Zeitvorteil gegenüber dem Bus vielleicht 1,5 Stunden. Der Bus kostet aber nur 1/5 des Flugpreises.

Die Gründung einer Fahrgastinitiative "Fernbus" wäre m.E. aber durchaus eine gute Idee, über die man nachdenken könnte und auch sollte. Die Maut für Fernbusse sowie die Errichtung von geeigneten Fernbushaltestellen bzw. ZOBs braucht eine Interessenvertretung.
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#4
Keine Sorge, die Leute von Pro Bahn werden in Fachkreisen und in den höheren politischen Ebenen nicht Ernst genommen... .
Die können also viel erzählen und fordern wenn der Tag lang ist... .
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#5
Vor einigen Jahren habe ich mal überlegt, Mitglied von Pro Bahn zu werden. Zum Glück ist es nie so weit gekommen. Ihr Vereinsheft habe ich damals regelmäßig gekauft. Wie sich dieser Verein nun über Fernbusse äußert, ist ja völlig unqualifiziert, dilettantisch und verlogen. Offensichtlich ein Haufen frustrierter Bahnfreaks.
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#6
die leute von pro bahn sind einfach nur presse geil. die vergessen sogar alle bahnthemen wenn sich die presse nicht mehr dafür interessiert.
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#7
(30.04.2014, 06:35)andreasblank schrieb: Habt Ihr die Positionen von einigen PRO Bahn Verbänden zum Thema "Fernbus" gelesen?!?

- Klimaschädliche Fernbusse (!?!)
- Forderung nach Maut
- Forderung nach Haltestellengebühren
- Staat soll Buslinien Routen vorschreiben (Monopol statt Konkurrenz)

Der Verein nennt sich ja auch Pro Bahn und nicht Pro Fernbus, also logisch,wenn sie sich für die Bahn einsetzen. Die Behauptungen haben tatsächlich teilweise Hand und Fuß.

Umweltschutz: Beim klassischen Energiemix in Deutschland ist Fernbus und Bahn etwa gleichauf. Die früher mal zitierte günstigere Bilanz beim Bus ergab sich aus der höheren Auslastung des Fernbusses im Vergleich zur Durchschnittsauslastung der Bahn. Wird heute wohl umgekehrt sein, wenn angesichts des Konkurrenzkampfes Fahrgäste teilweise einen Privatchauffeur mit Doppeldecker haben (bis sich der Markt eingespielt hat). Erneuerbare Energien spielen aber eine immer größere Rolle. Und die Bahn bietet BC-Kunden Fahrten nur mit Ökostrom an. Systembedingt wird da der Bus immer klimaschädlicher als die Bahn sein, so lange es keine Elektro-Fernbusse gibt. Mit Abstand folgt dann das Auto und Flugzeug.

Maut: Die Frage ist, inwiefern ein Fernbus durch die unterschiedlichen Abgaben die Infrastruktur finanziert. Jedes Bahnunternehmen muss Trassegebühren zahlen, egal ob DB oder private Konkurrenz. Das Netz gehört der DB, indirekt damit dem Staat. Es wäre durchaus eine Wettbewerbsverzerrung, wenn ein Verkehrsträger nicht genügend für die Nutzung der Infrastruktur zahlt. Die Trassegebühren der Bahn sind in Deutschland enorm hoch, weshalb es kaum private Konkurrenz im Fernverkehr zur DB gibt.

Haltestellengebühren: Gibt es ja, oder welcher ZOB ist umsonst? Der Nachteil ergibt sich für die Bahn aus der enormen Regulierungswut. D.h. ich kann kein Bahnunternehmen gründen, damit z.B. von Dresden nach Leipzig fahren und weil ich die Stationsgebühren der DB für den Hauptbahnhof in Berlin für Abzocke halte, eben irgendwo zwischen Lichterfelde und Südkreuz ein paar Holzbretter als Bahnsteig hinstellen und meine Fahrgäste dort entladen. Ich muss die Bahnhöfe der DB nutzen. Auch da herrscht ein Ungleichgewicht. Dies ergibt sich insbesondere eben dadurch, dass der Fernbus problemlos improvisierte Haltestellen nutzen kann, wie in Dresden oder Leipzig. Warum Pro Bahn das anspricht, verstehe ich aber nicht, die seriösen Unternehmen fahren ja die kostenpflichtigen ZOBs an. Da sollte man doch lieber meckern, dass die Stationsgebühren der Bahn sehr hoch sind und da ein Eingreifen fordern.

Konzessionen für Linien: Da müsste man etwas weiter herholen. Zu Staatsbahnzeiten fuhr eben die Staatsbahn. Ein Vergleich mal mit der Schweiz: Trotz unzähliger Bahn- und Busunternehmen gibt es ein einheitliches Netz mit durchgehender Tarifierung. Im Nahverkehr wie in Deutschland Bestellprinzip, im Fernverkehr Leistungsvereinbarung, d.h.: Staat vereinbart zu erbringende Leistung mit den Bahnen. Diese müssen die Leistung erbringen, müssen aber auch nicht rentable Strecken bedienen. Somit macht dort auch privat getragener Busverkehr keinen Sinn, weil das Rosinenpickerei wäre. Dieses Prinzip gibt es in Deutschland mit der Bahnreform überhaupt nicht mehr: Nahverkehr eben nach Bestellprinzip, Fernverkehr auf eigene Rechnung und Verantwortung. Wenn die DB sagt, dass der letzte ICE von Frankfurt nach Leipzig zu wenig Fahrgäste hat, stellt sie ihn ein. Wenn es für das Unternehmen günstiger ist, den IR einzustampfen, um den IC/ICE besser auszulasten, ist das unternehmerische Freiheit. Im Gegenzug darf jede Privatbahn fahren wie sie will. Funktioniert im Ggs. zum Fernbusmarkt aufgrund hoher Trasse/Stationsgebühren nur ansatzweise (Inerconnex, HKX). So gesehen wäre die Forderung natürlich hahnebüchen, für den Fernbus Routen und Zeiten vorzuschreiben, wenn es dies für die Bahn nicht gibt. Wenn, dann müsste man dies auch der Bahn vorschreiben. Denkbar, dass Pro Bahn dies fordert, da die Bahnreform auch viel Mist mit sich gebracht hat. Aber dieses Problem sollte Pro Bahn lieber bei der DB artikulieren.

(30.04.2014, 06:35)andreasblank schrieb: Niemand will zu unmöglichen Zeiten, in völlig überalterten Schrottwagongs zu überhöhten Preisen durch Deutschland geschaukelt werden, wenn er preiswert zu Topzeiten in 5-Sterne- Luxusbussen durch Deutschland schweben kann, dabei Media-Center, W-Lan und Co. geniessen kann.

Gibt genügend Leute, die das doch wollen. Immerhin kann sich die Bahn auch auf von Fernbussen bedienten Relationen nicht über Fahrgastmangel beklagen, Berlin-Leipzig, Berlin-Hamburg und wo auch immer... Die Reisezeit mit der Bahn ist in der Regel spürbar kürzer. Der Komfort systembedingt besser, da der Wagenkasten breiter ist, d.h. mehr Breite pro Sitzplatz, in der 1. Klasse noch mehr und Vollspeisewagen statt Würstchen. W-Lan im ICE ist ein anderes Thema. Funktioniert relativ gut, ist aber für Nicht-Telekom-Kunden relativ teuer. Ausländische Bahnen bieten häufig gratis W-Lan an. Die DB setzt die Prioritäten anders. WLAN und Mediacenter im Fernbus ist auch als Ausgleich zu den längeren Fahrzeiten zu verstehen, damit man sich die Zeit vertreiben kann.
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#8
(31.05.2014, 23:37)Gast schrieb: Umweltschutz: Beim klassischen Energiemix in Deutschland ist Fernbus und Bahn etwa gleichauf. [..] Systembedingt wird da der Bus immer klimaschädlicher als die Bahn sein, so lange es keine Elektro-Fernbusse gibt. Mit Abstand folgt dann das Auto und Flugzeug.

Auf Facebook unter https://www.facebook.com/FernbusForum/po...3653313798 gibt es eine Betrachtung, ob durch die Fernbusse zusätzlich Kraftstoff verbraucht wird. Ergebnis: Wenn wie eine Studie belegt 15% der Fahrgäste den Fernbus statt des eigenen PKW benutzen und 4% statt eines Flugs, wird allein dadurch mindestens soviel Sprit eingespart, wie der Bus verbraucht. Der Fernbus ist also ökologisch ein Gewinn.
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#9
Wobei ich natürlich denke, dass ein Fahrgastverband sich auch für die Rechte von Fernbusreisenden einsetzen sollte. Wenn Sie dies nicht tun, so sollten wir evtl. einen eigenen Fahrgastverband gründen, damit Bahnhofsübernachtungen, kaputte Busse u.ä. endlich der Vergangenheit angehören.
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