Steinbrück
#11
Was bitte soll das Kartellamt in diesem Zusammenhang tun? Nur weil BLB die Strecke nicht mehr anbietet ist dies nicht das Ende des Wettbewerbs.
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#12
Heute teilte BLB auf seiner Facebookseite in einem Kommentar mit, dass diese Linie bestehen bleibt, nur eben nicht mehr von Steinbrück-Reisen in Gotha
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#13
Steinbrück gehört zwar nicht der DB, jedoch bestimmt diese über die Töchter BEX,RVD und Autokraft die Geschäftspolitik von BLB. Durch den stark gesunkenen Marktanteil hat die DB auch an Einfluss auf den Fernbusmarkt verloren, den sie jetzt unbedingt zurückgewinnen will, etwa mit Beteiligungen an Flixbus oder der Übernahme der ADAC-Anteile am Postbus. Im letzten Fall laufen offenbar schon Verhandlungen.
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#14
beteiligung an flixbus? wer soll sich denn noch alles an flixbus beteiligen?

Holtzbrinck wäre seine Anteile wohl gerne wieder los - mit Zeitungen kann man weniger verlieren. Daimler merkt inzwischen auch, dass das Flixbus-Engagement nicht gerade den Verkauf von Bussen fördert.
MFB und Flixbus haben so viel investiert, dass ihnen jetzt nur noch die Flucht nach vorn bleibt und dort kann die Luft bei wachsendem Druck der Investoren dünn werden.
Es mag kurios klingen, aber die DB ist inzwischen sogar an einem anhaltenden Preiskampf interessiert. Die Kunden wird's freuen!
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#15
Der Paukenschlag überrascht uns doch alle. Noch bei der Einstellung der Verbindungen Frankfurt-Dresden behauptete Steinbrück (oder sein Mitarbeiter?), dass auf anderen Linien (d.h. wohl Thüringen-Berlin, andere gibt es ja nicht mehr) durchaus Potential für rentablen Betrieb bestünde. Tatsächlich sind die Preise ja schon derzeit, ausgehend vom Online-Spezial von 13 Euro/Fahrgast/halbe Tour ja nicht unedingt jenseits von Gut und Böse. Gut, Steinbrück ist besser bekannt, wie viele Fahrkarten zu 5 Euro verkauft werden im voraus. Dagegen gibt es an Spitzentage (u.a. die laufende Streiktage) doch volle Busse, wo die letzten Plätze für 24 Euro verkauft werden.
Dass Steinbrück jetzt so radikal entschieden hat, verwirrt uns doch alle. Ich ging eher von einer Modizifizierung, evtl. Reduzierung aus, aber eine Totaleinstellung? Wahrscheinlich wird ja jetzt BEX die verbleibenden zwei Verbindungen fahren. Und ich denke nicht, dass BEX wirklich großes Interesse hat, hoffnungslos defizitären Verkehr zu fahren.
Gab es vielleicht im Hintergrund bestimmte uns unbekannte Probleme? Dass nicht einmal auf reduziertem Niveau gefahren wird? Für einen Reisebusunternehmer ist der Fernlinienverkehr ja interessant, wenn die Auslastung der Infrastruktur und des Personals flexibler gehandhabt werden kann.
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#16
Dass Steinbrück doch so schnell schlapp macht, habe ich mir nie denken kennen. Immerhin ist es erst ein halbes Jahr, dass man der Konkurrenz ausgesetzt ist, der Verkehr läuft ja schon zwei bis drei Jahre. Entweder ist überhaupt kein Kapital vorhanden, um ein paar Monate mit Defizit zu fahren oder die Konkurrenz hat signalisiert, dass sie Kampfpreise auf den Thüringer Strecken so lange anbieten wird, bis Steinbrück der Atem ausgeht oder das Unternehmen will nichts riskieren. Wäre auch schade, wegen dem Abenteuer Fernbusverkehr das Mutterhaus zu gefährden. Vor wenigen Wochen klang es freilich aber noch ganz anders. Es war generell ein hü und hott. Mal die Ankündigung, dass es inkludierten Nahverkehr und gratis Getränke geben solle, dann war die Rede vom Ausbau des Umsteigeknotens Hermsdorfer Kreuz, was dann kurzzeitig nur in Ansätzen praktiziert wurde. Und beim Gejammer über die Einstellung Frankfurt-Dresden wurde explizit noch eine Perspektive für andere Relationen gesehen. Entweder ist die Kapitaldecke extrem dünn oder man ist - das muss kein Manko sein, bei den Traumtänzern heute - extrem vorsichtig. Exemplarisch dafür stand ja die Spätverbindung Berlin-Thüringen. Diese wäre an sich attraktiv, u.a. gibt es so spät keine Direktverbindungen der Bahn nach Jena und die Nachtzuganhängsel bringen bei Umleitungen auch nichts. Der Markt wurde da nicht eingehend geprüft, sondern nach wenigen Wochen, als die Busse doch nur knapp viertelvoll waren, wieder eingestellt. Statt mal abzuchecken, ob langfristig das Angebot angenommen wird. Bis der Durchschnittsfahrgast erfahren hat, dass es diese Verbindung gibt, war sie auch schon wieder weg.

So Traurig es nun ist, es dürften jetzt einige Fahrer einen Job suchen? Ich hoffe, dass wenigstens im Unternehmen intern die Pläne zur Einstellung rechtzeitig kommuniziert wurde, damit das Personal Zeit hatte, einen anderen Arbeitgeber zu suchen.

a propos Steinbrück: Heute fuhr nachmittags ein ganz leerer Bus von Steinbrück durch Jena in Richtung Busbahnhof. Gab es da einen Verstärker wegen Bahnstreik ab Jena?
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#17
Steinbrück hat mit BLB aufs falsche Pferd gesetzt und Schlummertouren eingerichtet. Jena-Halle-Berlin wäre eine halbe Stunde schneller zu machen gewesen. Dazu mit einem Fahrer ab Erfurt. Erfurt-Weimar-Jena-Halle-Berlin in 4 Stunden, dann 45 Minuten Pause, dann zurück! So senkst man Kosten! Mit dem richtigen Bus hätte er mehr reinholen können. Einen Astromega studentengerecht zu bestuhlen, mit 100 Sitzplätzen und dann als Werbegag die ersten 20 Plätze zu einem Euro verscherbeln! Da hätte man der Konkurrenz eine lange Nase machen können! Wer aber zwei Fahrer einsetzt und bummelt, darf sich doch nicht wundern, wenn die Fahrgäste wegbleiben.

(03.11.2014, 17:51)Gast schrieb: Steinbrück hat mit BLB aufs falsche Pferd gesetzt und Schlummertouren eingerichtet. Jena-Halle-Berlin wäre eine halbe Stunde schneller zu machen gewesen. Dazu mit einem Fahrer ab Erfurt. Erfurt-Weimar-Jena-Halle-Berlin in 4 Stunden, dann 45 Minuten Pause, dann zurück! So senkst man Kosten! Mit dem richtigen Bus hätte er mehr reinholen können. Einen Astromega studentengerecht zu bestuhlen, mit 100 Sitzplätzen und dann als Werbegag die ersten 20 Plätze zu einem Euro verscherbeln! Da hätte man der Konkurrenz eine lange Nase machen können! Wer aber zwei Fahrer einsetzt und bummelt, darf sich doch nicht wundern, wenn die Fahrgäste wegbleiben.

Er ist wieder da! Ich sage ganz ehrlich: Ich habe nur auf so ein Kommentar gewartet!!!
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#18
An den Fahrgästen hat es wohl kaum gelegen.
Steinbrück hatte bis zuletzt die vollsten Busse.
Alleine Sonntag 5 Abfahrten alle voll + 2 Zusatzbusse.
Aber 80 Fahrgäste mal 5 oder 9€ ist und bleibt für jeden Grundschüler klar zu wenig um wirtschaftlich arbeiten zu können.
Wie man Erfurt, Weimar, Jena, Halle , Berlin in 4h mit dem Bus fahren will, weiß wohl nur der Experte.

Solche Rezepte sind überall erfolgreich, lavprisekspressen.no, onnibus.fi,
polskibus.com, oxford-tube.com - 90 Sitze und die ersten für 1 Euro.

Ein Teil der klassischen Reisebusunternehmer und auch der Dachmarken hat aber Probleme, das zu verstehen.

Die obigen werden sich langfristig durchsetzen.

Wieviel Euro Einnahmen pro 100 km braucht man denn um rentabel zu sein?
Reichen 400 Euro pro 100 km nicht aus?
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#19
(03.11.2014, 17:51)Gast schrieb: Er ist wieder da! Ich sage ganz ehrlich: Ich habe nur auf so ein Kommentar gewartet!!!

Toller GagBig Grin
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#20
(03.11.2014, 20:41)Gast schrieb: Wieviel Euro Einnahmen pro 100 km braucht man denn um rentabel zu sein?
Reichen 400 Euro pro 100 km nicht aus?

135 EUR pro 100 km reichen. Wir haben für eine Veriensfahrt (600km) knapp 800 EUR bezahlt.
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